
In seinem autobiografischen Essay Retour à Reims (Fayard, 2009) zeichnet der Philosoph Didier Eribon die Lebenswege seiner Eltern, seiner Familie und seine eigenen nach. Er schildert das Arbeiter- und Volksmilieu in der Region Grand-Est über mehrere Generationen hinweg, von dem er sich entfernt und losgelöst hat, um sein Leben und seine Sexualität zu leben. Eine zentrale Frage dieses Buches, das sich mit seinem Werdegang als Klassenüberläufer befasst, ist, was ihn mit seinem ursprünglichen Milieu noch verbindet und was ihn davon trennt.
Ausgehend von diesem Text, aus dem die Schauspielerin Adèle Haenel im Off Auszüge vorliest, hat der Regisseur Jean-Gabriel Périot Sequenzen aus Spiel- und Dokumentarfilmen zusammengeschnitten. Der im Jahr 2022 erschienene Film Retour à Reims [Fragments] verleiht der Erzählung dieser individuellen Geschichte eine kollektive Dimension und untermauert somit die soziologische Analyse des Autors.
Das Thema der nächsten Kursveranstaltung „Ciné & Croissants“ am Samtag, 4. Juli, bietet uns die Gelegenheit, die Bedeutung des Kinos für das kollektive Gedächtnis und die Darstellung des Lebensalltags sowie seine Rolle bei der politischen Bewusstseinsbildung zu betrachten.
| Termin: | Samstag, 4. Juli 2026, 11:00 bis 13:45 Uhr |
| Ort: | IF Mannheim, D5 (neben Museum Weltkulturen), 68159 Mannheim |
| Eintritt: | 8 Euro |
| Anmeldung: | hier |
